Zwischen den Kulturen

Der Gewalt entgegenwirken

Die Gewalttätigkeiten, die nicht nur an der Rütli-Schule in Berlin offensichtlich zum Tagesgeschehen gehören, gibt es z. B. in der Türkei an den Schulen nicht. Das schreibt die türkische Soziologin Necla Kelek in ihrem soeben veröffentlichten Buch „Die verlorenen Söhne“ Sie nennt es ein „Plädoyer über die Befreiung des türkisch-muslemischen Mannes“. .

Die verlorenen Söhne

Sie schildert in ihrem Buch u. a.: In ihrem Heimatland stimmt die kulturell-religiöse Sozialordnung der Jugendlichen zu Hause, in der Schule und in der Öffentlichkeit überein. In Deutschland ist es anders - besonders in streng religiösen Familien. Hier leben die Jugendlichen zu Hause in einer ganz anderen Welt als in der Schule und außerhalb - die Erwartungen, die an sie von der Gesellschaft gestellt werden, sind völlig unterschiedlich und entgegengesetzt.

Zu Hause wird den Jugendlichen beigebracht, dass z. B. Frauen sich den Männern unterzuordnen haben - die Schwestern haben dem Bruder, auch dem jüngeren - zu dienen. Selbst die Mutter hat dem Sohn, sobald er ein Mann geworden ist, zu dienen - das ist ungeschriebenes Gesetz. Die Welt dieser jungen Männer teilt sich in zwei Welten: die Männer- und die Frauenwelt! Die Männer und hier besonders die Väter herrschen über die Frauen und Kinder - man begegnet sich nicht mit Respekt, Verständnis und Höflichkeit - es herrscht Unterordnung!

Von Kindheit an, sind die Jungen die Wächter des Verhaltens und damit der Ehre der Frauen der Familie. Sie haben die Macht das durchzusetzen, was sie für die Familienehre für richtig halten. Sie haben kaum eine Erziehung - sie haben nur einen Auftrag in der ungläubigen westlichen Gesellschaft: sie sind die Wächter der Ehre ihrer weiblichen Verwandten. Die Jungen sind die Paschas - sie werden wie Prinzen behandelt. Sie zu verwöhnen ist die Aufgabe der Frauen, dafür verlangen sie Essen, Trinken, Bedienung und: Unterwürfigkeit! Das wird ihnen zu Hause geboten.

Kommen sie in Schule und Öffentlichkeit, sind sie aber nicht mehr die umschwärmten Familienlieblinge. Hier ist ihr Wächterdasein nichts mehr wert, sie haben außerdem Sprachschwierigkeiten, weil sie schlecht deutsch sprechen. Sie sind in unserer pluralistischen Gesellschaft auf einmal den Mädchen und Frauen gleichgestellt. Hier verlangt man von ihnen das sie nur sprechen und aufstehen, wenn sie dazu aufgefordert werden. Sie sollen andere Menschen - auch Frauen achten und Respekt zeigen und sich bei Fehlverhalten entschuldigen. Das bringt ihr Weltbild durcheinander, ihr Selbstwertgefühl zerbricht - sie reagieren mit Verweigerung und mit Aggressivität, sie kapseln sich ab und versuchen mit dem Recht des angeblich stärkeren Geschlechts sich durchzusetzen - das ist der Beginn der Gewalt.

Hier muß die Schule und die Gesellschaft eingreifen und gegenüber den gewalttätigen Jugendlichen sowie den Eltern mit Nachdruck und Konsequenz Einhalt gebieten, sonst werden die 14-jährigen Schläger sich weiter behaupten. Wir dürfen uns nicht gefallen lassen, dass sich an den Schulen und in der Öffentlichkeit eine gewalttätige Jugendkultur entwickelt. Diese jungen muslemischen Männer müssen Achtung und Respekt vor anderen Menschen lernen. Es ist völlig falsch, ein solches Verhalten mit dem Hinweis auf kulturelle und religiöse Unterschiede, auf Armut und Anatolien zu tolerieren. Das hilft keinem weiter, alle müssen begreifen: Armut und Unwissenheit rechtfertigen keine Gewalt.

Da stimme ich der türkischen Soziologin Necla Kelek zu oder wie Jörg Schönbohm, der Innenminister Brandenburgs, unlängst feststellte: "Wenn Migranten meinen, dass sich Koran und Grundgesetz nicht vereinbaren lassen, tun sie mit ihrem Hierbleiben sich und uns keinen Gefallen" - dem ist m. E. auch nichts mehr hinzuzufügen.

7.4.06 13:56

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


KasimirKasimir / Website (11.5.06 20:05)
Ich habe da noch etwas hinzuzufuegen:
Was sich in einem Koerper nicht assimilieren laesst, wird frueher oder spaeter wieder ausgeschissen. Und danach bitte gut spuehlen!



Kasimir (15.5.06 19:17)
nachtraegliche Frage:

Schuetzt das Grundgesetz tatsaechlich den Koran, wenn dieser mit ihm nicht vereinbar ist? Ich meine nicht. Der Verfassungsschutz sollte den Koranisten mal gruendlich auf die Finger schauen!!!


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