Eine Umwelt-Katastrophe besonderer Art

Der Weltfischerei-Bericht

Während sich in der BRD fast jeder Politiker den Kopf zerbricht, wie die Welt vor der Klimakatastrophe zu retten sei und Herr Gabriel zum Weltklima-Retter avanciert, bereitet sich in aller Ruhe und scheinbar unbeachtet, eine Umweltkatastrophe besonderer Art aus.

Die Ausbeutung der Meere sowie die Bedrohung vieler Fischarten stehen im Mittelpunkt des Weltfischereiberichts, den die Welternährungsorganisation FAO in Rom unlängst veröffentlicht hat. Nicht erst dieser Bericht zeigt auf, wie ernst die Lage unseres Planten geworden ist, fast 8% der Fischarten gibt es nicht mehr, ca. 24 % der Fischbestände sind überfischt, nahezu 50% sind gefährdet, weil sie am biologischen Limit befischt werden und die restlichen Bestände werden wohl auch bald gefährdet sein.  

Hemmungslose jahrzehntelange Überfischung der Weltmeere haben die Situation eklatant verschärft. Der Nordatlantik ist fast leergefischt - Kabeljau und Hering scheint es bald nur noch in den Meeresaquarien zu geben. Die Experten weisen bereits seit Jahren eindringlich darauf hin, dass weltweit rund ein Viertel der Fischbestände bedroht sind. Unter anderem gelten die Tunfischbestände im Atlantik und im Pazifischen Ozean als besonders gefährdet. Die Ökosysteme der Weltmeere sind bis auf den östlichen Indischen Ozean und einige Gebiete im Pazifik so gut wie erschöpft. Das Meer, das größte Ökosystem unseres Planeten, steht vor dem Kollaps meinen die Meereskundler und werfen, wie die Autoren des Berichtes, in diesem Zusammenhang vielen Regierungen vor, sich nicht entschlossen genug für den Schutz der Meere und der Fischbestände einzusetzen. Aber die haben jetzt anderes zu tun, die müssen das „Weltklima“ retten.

Die Hauptursache für die Überfischung sind die Überkapazitäten bei den Fangflotten, die weltweit auf 30 – 40 % geschätzt werden. Die Fischereiflotte der EU umfasst z. B. 100.000 Schiffe, die auch noch jährlich mit ca. 15 Mrd. € subventioniert wird! Doch so lange Schiffe als Fischfabriken gebaut, in die letzten Fanggründe fahren, um dort auch noch den restlichen Beständen den Garaus zu machen, wird sich an dieser Situation nicht viel ändern. Besonders gefährlich sind die Grundschleppnetze und die kilometerlange Treibnetze, die von den Fangschiffen ausgelegt werden, weil sich dort auch viele Meeressäuger wie Kleinwale, Delphine, Seeschildkröten, Robben und Haie verfangen und jämmerlich zu Grunde gehen. Wenn man bedenkt, dass 10 Millionen Menschen vom Fischfang leben, und fast 1,5 Milliarden Menschen weltweit an den Meeresküsten wohnen und sich von den Meeresfrüchten ernähren, kann man sich vorstellen, wie sich deren Ernährungssituation entwickelt.

Nun, vielleicht könnte man sie mit den Rindern ernähren, die jahrelang mit dem Fischmehl gefüttert wurden, die die Hochseefischfabriken der Industrienationen angelandet haben.  

9.3.07 20:47

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


a (22.10.07 12:50)
Maschengröße der Fangnetze entscheidet über Fortbestand

http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/2697.pdf

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