Das deutsche Dilemma

Der Geburtsfehler


?Was f?r Gestalten hat das r?tselhafte Land zwischen den Alpen und der Nordsee, den masurischen Seen und dem Rhein doch hervorgebracht ? Luther und Kant, Goethe und Hegel, Nietzsche und Thomas Mann. Und dann daneben Adolf Hitler, der das Land mit seinem Gr??enwahn in die gr??te Katastrophe der Neuzeit st?rzte und Deutschland damit au?erhalb der zivilisierten europ?ischen Tradition stellte.? (Impressum - Die schrecklichen Deutschen)

Ich habe unl?ngst auf dem Flohmarkt beim Kramen in den zahlreichen B?cherkartons ein Buch gefunden, dessen Titel mich aufmerken lie?: ?Die schrecklichen Deutschen ? Eine merkw?rdige Liebeserkl?rung? vom dem italienischen Historiker Angelo Bolaffi:
?Die Teilung Deutschland war nicht nur ein ungewolltes Ergebnis des kalten Krieges, in dem ?Deutschland? zum Hauptschlachtfeld der politischen und milit?rischen Konfrontation zwischen den Bl?cken wurde. Die Aufl?sung Deutschlands nach 1945 als nationaler Einheitsstaat war auch nicht nur die Konsequenz der Niederlage des ?Dritten Reichs?, sondern insbesondere die letzte Phase des >europ?ischen B?rgerkrieges<, der seit ?ber 400 Jahre gegen ?Deutschland? gef?hrt wurde.?

Hier las ich, mit vielen historischen Fakten und Geschichtsdaten unterlegt, die Geschichte ?ber den Kulturkampf der europ?ischen Randm?chte, gegen einen deutschen Nationalstaat: Dieser Kampf begann damals, als in Wittenberg am 31. Oktober 1517 der wortgewaltige Theologieprofessor Dr. Martin Luther seine 95 Thesen der ?ffentlichkeit bekannt machte. Damit zog sich das protestantische ?Deutschland? den Zorn und die Wut des Papsttums auf sich, der in dem f?rchterlichen Gemetzel des Drei?igj?hrigen Krieges seinen H?hepunkt fand. Diese europ?ische Apokalypse war vom katholischen ?sterreich vom Zaum gebrochen, als sie den b?hmischen St?nden, wortbr?chig die Glaubensfreiheit wieder entzogen hatte. Das Gemetzel wurde von Frankreich durch den katholischen Kardinal Richelieu unterst?tzt, der die Schweden mit in die Auseinandersetzung zog . 1635 nach dem Prager Frieden griff Frankreich selbst in das Morden und Brandschatzen ein. Es damit wollte ?sterreich als europ?ische Zentralmacht schw?chen, da die Bourbonen selber Anspruch auf die Kaiserkrone hatten. Das Ergebnis: Frankreich erhielt im Westf?lischen Frieden Elsa?-Lothringen als Lohn. In M?nster wurde auch 1648 von den Randm?chten die Kleinstaaterei der vielen deutschen L?nder festgeschrieben. Damit war gesichert, dass sich im Herzen Europas kein deutscher Nationalstaat bilden konnte, der ihrem Hegemoniestreben ein Hindernis h?tte sein k?nnen.

Wie ein roter Faden zog sich die Auseinandersetzungen nun durch die europ?ische Geschichte. Diese erfuhren einen weiteren H?hepunkt durch die Hegemoniebestrebungen Napoleons, der sich u. a. das Rheinland einverleibte und neue deutsche K?nigreiche von seines Gnaden schuf. Durch die Befreiungskriege unter der F?hrung Ru?lans und Preu?ens, die in der V?lkerschlacht bei Leipzig am 13. Oktober 1813 der napoleonischen Fremdherrschaft ein Ende setzten, regte sich bei den Deutschen der Wunsch nach einem Nationalstaat. Doch dieses Nationalbestreben wurde im sogenannten Wiener Kongress 1815, nochmals von den europ?ischen Randm?chten unter der Regie ?sterreichs und seines Kanzlers Metternich, der die ?berzeugung hatte, ?dass die Aussicht auf eine deutsche Nation, eine Illusion oder eine gef?hrliche Idee sei? - zunichte gemacht und die Kleinstaaterei wiederum sanktioniert.

Dieses Misstrauen der europ?ischen Randstaaten wird nun ?Deutschland? , bis auf einige Ausnahmen, bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges verfolgen. Die ?bersteigerte Hysterie auf beiden Seiten - hier das Unbehagen, ja die Angst vor einem deutschen Nationalstaat und dort ? das Einkreisungssyndrom. Diese Umzingelungsneurose wird durch das Verhalten dieser Staaten - besonders nach der Reichsgr?ndung 1871 und der Inthronisierung des Kaisers Wilhelm II 1888, einem ?bertrieben deutschen Nationalismus weithin Nahrung geben. Es wird von nun an prim?r alle politischen Reaktionen in der europ?ische Geschichte begleiten - bis hin zum Kumulationspunkt dem 2. Weltkrieg und den Gr?ueltaten des Rassenwahns der Nationalsozialisten im ?Dritten Reich?.

Zitate:
?Deutschland hatte von Anfang an Geburtsfehler: seine geopolitische Lage im der Mitte Europas und den Protestantismus.? (Angelo Bolaffi)

?Ich liebe Deutschland so sehr, da? es mir lieber ist, wenn es zwei davon gibt.? ( Francois Mauriac)

17.3.05 16:56

Werbung


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kasimir / Website (19.5.05 15:34)
Spannend Herr Adam. Spannend.


pitmo / Website (4.6.06 09:52)
sehr interessanter Artikel und eine nachdenkenswerte These, die ausbaufähig ist....für mich erhebt sich nun stark die Frage nach dem Warum ??? ...ist das so

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen