Die „unfriedlichen“ Deutschen

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Deutsche sind verführbar!

Durch die neuere Geschichtsbetrachtung wird ja permanent dargestellt, dass wir Deutsche „aggressiv“, angriffslustig“ und „kriegslüstern“ sind! So schrieb z. B. auch „Der Tagesspiegel“ zu einer vom Altbundeskanzler Helmut Schmidt anlässlich des Rekrutengelöbnis vor dem Reichstag am 20. Juli 2008 gehaltenen Rede folgendes: In einer bewegenden Rede versicherte Altkanzler Helmut Schmidt den Rekruten: "Ihr könnt Euch darauf verlassen: Dieser Staat wird Euch nicht missbrauchen." Zwar glaubten viele, unser heutiger Friede sei selbstverständlich. "Aber seit Jahrhunderten haben wir Deutschen uns keineswegs als eine sonderlich friedliche Nation erwiesen. " Die Menschen seien verführbar. "Auch wir Deutschen bleiben verführbar.“

Ich habe bisher Helmut Schmidt sehr verehrt, aber bei diesen Worten komme ich, bei allem Respekt, nicht ohne Kritik vorbei. Bei diesen Äußerungen habe ich ein Problem, denn da steht schon zuerst die Frage, seit wann können wir Deutschen uns überhaupt „Nation“ nennen und: waren wir je ein „deutsche Nation“? Der historische Fakt ist, dass es ein Deutsches Reich erst seit 1871 gab, aber - es gab drin mehrere souveräne Königreiche (Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg) und Ländern - da kann man wohl kaum von „einer“ Nation sprechen! In den „deutschen“ Staaten damals war man primär Bayer, Sachse, Thüringer oder Preuße!

„Seit Jahrhunderten waren wir Deutschen keine friedlich Nation!?“ Was meinte der Altbundeskanzler damit? Wie weit richtete er dabei sein Blick in die Geschichte zurück – 50,100, 200, 300 Jahre? Wie friedlich waren die "Deutschen" oder die anderen europäischen Nationen damals überhaupt?

Antwort gibt uns da das Werk des bedeutenden amerikanischen Historikers Quincy Wright "A Study of War" (Chicago 1942, 1965). In dem voluminösen Werk von über 1.600 Seiten werden alle 278 Kriege in Europa von 1480 bis 1940 aufgeführt und eine Vielzahl von Faktoren systematisiert und analysiert. Quincy listete die Anzahl der Kriege auf und ordnete sie den einzelnen Ländern prozentual zu:
England 28 %
Frankreich 26 %
Spanien 23 %
Russland 22 %
Österreich 19 %
Türkei 15 %
Polen 11 %
Schweden 9 %
Holland 8 %
Preußen und
Deutsches Reich 8 %

Hier sind weitere Informationen zu der Friedlichkeit der anderen europäischen Staaten:

Ach, übrigens auch noch etwas zu der Friedfertigkeit der Franzosen, das werden unsere linksrheinischen Bürger, aber auch die auf der rechten Rheinseite aus ihrer Heimatgeschichte besser wissen, wie oft es zu französischen Kriegshandlungen gegen das „deutsche“ Territorium kam – Historiker zählen über die Zeit weit über fünfzehn französische Einfälle und Invasionen

Ich möchte bitte nicht wieder missverstanden werden, es geht hier nicht um Aufrechnung oder Revision, aber es geht um Verifizierung von Geschichte. Über die „unfriedlichen“ Deutschen schrieb Madame de Staël nach eine Deutschlandreise Anfang des 19. Jahrhunderts ihr meistgelesenes und langfristig wirksamstes Buch De l'Allemagne, „Über Deutschland“, in dem sie u.a. feststellt: „In der Literatur wie in der Politik haben die Deutschen zuviel Achtung vor dem Ausland und nicht genügend nationale Voreingenommenheit. Selbstverleugnung und Achtung vor anderen sind bei Individuen eine Tugend – der Patriotismus der Nationen muss egoistisch sein.“

In der Schlacht bei Königgrätz 1866, verlor Österreich-Ungarn den österreichischen-preußischen Krieg. Daraufhin verwies Bismarck das Habsburger Kaiserreich aus dem Deutschen Bund. Doch die Deutsch-Österreicher wollten das nicht hinnehmen, sie wollten „Heim ins Reich“ - dabei entstand in Österreich ein ziemlich aggressiver pan-germanischer Nationalismus. Neben Guido von List und Jörg Lanz von Liebenfels, war auch Georg von Schönerer, ein Vertreter eines radikalen deutsch-österreichischen Nationalismus, der sukszessiv nach Deutschland überschwappte.

In dieser nationalistisch-antijüdisch gefärbten Atmosphäre wuchs in Wien ein junger Mann, namens Adolf Hitler heran, der das alles in sich aufsog und es später in seinem Größenwahn praktizierte!

Die nationalistischen Strömungen wurden unterstützt, von der unfreundlichen Haltung der europäischen Randstaaten, insbesonders Großbritanniens, das seit Ende des 19.Jahrhunderts gezielt in der Öffentlichkeit ein „deutsches Feindbild“ aufbaute, das noch heute seine Auswirkung zeigt, wenn in der britischen Presse von „The Huns“ - den Hunnen die Rede ist, wenn man uns Deutsche meint! Aus diesen ganzen Fakten wird im Deutschen Reich ab 1890 ein „Einkreisungssyndrom“ erzeugt. Das alles fördert den übertriebenen Nationalismus im Deutschen Reich. Dieser führte letztendlich mit in die blutigen Vernichtungsschlachten des 1. Weltkrieges und daraus resultierend zu dem vom „Führer“ angezettelten 2. Weltkrieg.

© Buhad 22/03/10

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Das Ende einer menschlichen Illusion!

Die große Verheißung oder das Ausbleiben ihrer Erfüllung

"Die große Verheißung unbegrenzten Fortschritts - die Aussicht auf Unterwerfung der Natur und auf materiellen Überfluss, auf das größtmögliche Glück der größtmöglichen Zahl und auf uneingeschränkte persönliche Freiheit - das war es, was die Hoffnung und den Glauben von Generationen seit Beginn des Industriezeitalters aufrechterhielt."

Mit der aktiven Beherrschung der Natur durch den Menschen hatte zwar die Zivilisation begonnen, aber dieser Herrschaft war bis zur Einsetzung der Technik im Industriezeitalter Grenzen gesetzt. Bis die menschliche und tierische Körperkraft durch mechanische und später nukleare Energie ersetzt wurde und bis zur Einführung des Computers, bestärkte der industrielle Fortschritt die Menschen in dem Glauben, auf dem richtigem Wege zu sein. Sie glaubten auf dem Wege zur unbegrenzten Produktion und somit auch zum unbegrenzten Konsum und zum unbegrenztem Glück zu sein. Die Kommunisten postulierten sogar: „Jedem nach seinen Bedürfnissen!“ Nur das musste schiefgehen, denn der Mensch kennt keine Bedürfnissgrenze – er ist maßlos! Die Menschheit glaubte durch die Technik allmächtig und durch die Wissenschaft allwissend zu werden. Die Menschen waren mächtige Wesen geworden, sie glaubten, dass sie im Begriff waren, Götter zu werden, die eine zweite Welt erschaffen konnten. Sie glaubten auch Leben erschaffen zu können, wobei ihnen die Natur nur die Bausteine für die neue Schöpfung liefern brauchte.

„Die große Verheißung unbegrenzten Fortschritts – auf materiellen Überfluß und auf uneingeschränkte persönliche Freiheit - das war es, was die Hoffnung und den Glauben von Generationen seit Beginn des Industriezeitalters aufrechterhielt."

Die Menschen erlebten im zunehmenden Maße ein neues, ungekanntes Gefühl der Freiheit, denn sie wurden zu Herren ihres eigenen Lebens. Aus den Ketten der Feudalherrschaft entronnen, wurden sie dieser Fesseln ledig und konnten, so empfanden sie es, tun was sie wollten. Aber dies galt zuerst vornehmlich nur für die Mittel- und Oberschicht. Aber diese Botschaft und deren Errungenschaften verleiteten die Allgemeinheit zu dem Glauben, die neue Freiheit werde schließlich allen Mitgliedern der Gesellschaft zugute kommen. Es müsse die Industrialisierung und Produktion nur im gleichen Tempo voranschreiten. Was viele nicht wahrhaben wollten, Sozialismus und Kommunismus wandelten sich in ihrem Ziel schnell. Von der Bewegung, die eigentlich eine neue Gesellschaft und einen neuen Menschen anstrebte, wurde sie zu einer Kraft, die das bürgerliche Ideal eines bürgerlichen Lebens für alle aufrichtete: der "universale Bourgeois" als Mensch der Zukunft. Denn, man nahm irrtümlich an, leben erst alle in Reichtum und Komfort, dann würde jeder Mensch schrankenlos glücklich sein.

"Diese Trias von unbegrenzter Produktion, absoluter Freiheit und uneingeschränktem Glück bildete den Kern der neuen "Fortschrittsreligion" und eine neue irdische Stadt des Fortschritts ersetzte die "Stadt Gottes". Ist es nicht verwunderlich, dass dieser neue Glaube seine Anhänger mit Energie, Vitalität und Hoffnung erfüllte?

Man muss sich die Tragweite dieser großen Verheißung und die phantastischen materiellen und geistigen Leistungen des Industriezeitalters vor Augen halten, um das Trauma zu verstehen, das die beginnende Einsicht in das Ausbleiben ihrer Erfüllung heute auslöst. Denn das Industriezeitalter ist in der Tat nicht imstande gewesen, seine große Verheißung einzulösen, und immer mehr Menschen werden sich folgender Tatsachen bewusst:
· dass Glück und größtmöglichste Vergnügen nicht aus der uneingeschränkten Befriedigung aller Wünsche resultieren und nicht zu Wohlsein führen.;
· dass der Traum, unabhängige Herren über unser Leben zu sein, mit unserer Erkenntnis endet, dass wir alle Räder in der bürokratischen Maschine geworden sind;
· dass unsere Gedanken, Gefühle und unser Geschmack durch den Industrie- und Staatsapparat manipuliert werden, der die Massenmedien beherrscht;
· dass der wachsende wirtschaftliche Fortschritt auf die reichen Nationen beschränkt blieb, und der Abstand zwischen ihnen und den armen Nationen immer größer geworden ist;
· dass der technische Fortschritt sowohl ökologische Gefahren, als auch die Gefahr eines Atomkrieges mit sich brachte, die jede für sich oder beide zusammen jeglicher Zivilisation und vielleicht sogar jedem Leben ein Ende bereiten können.

Es ist erstaunlich, diese Worte schrieb Erich Fromm bereits im Jahre 1973 in seiner Einführung zu seinem Buch "Haben oder Sein".

In den letzten 40 Jahren haben sich die Konflikte verschärft - die wirtschaftlichen Bedingungen sind durch die Globalisierung härter geworden. In Afrika findet seit Jahrzehnten ein stiller Genozid statt, im Nahen Osten will keine Ruhe einkehren. Religiöse Eiferer versuchen mit Bombenterror ihre Vorstellungen einer anderen Welt zu oktroyieren. Die Armut in der Dritten Welt wird immer größer, doch die reichen Nationen sind noch reicher geworden. Diesen wirtschaftlichen, sozialen und religiösen Entwicklungen stehen die politischen Entscheidungsträger ziemlich hilflos gegenüber. Besonders die Finanzkrise hat sehr deutlich gezeigt, wie wenig beherrschbar das Finanzsystem geworden ist. Die sozialen Widersprüche werden werden sich m. E. in der nächsten Zeit noch weiter verschärfen. Auch in Deutschland steht die Besitzstandswahrung und der Machterhalt immer mehr im Vordergrund und die Verteilungskämpfe werden vermutlich immer härtere Konturen annehmen, denn keiner will zurückstecken und sich "bescheiden". Solidarität und Mitmenschlichkeit werden immer kleiner geschrieben. Und dieser Konflikt wird auf dem Rücken der Besitzlosen ausgetragen, die anderen tanzen um das "Goldene Kalb": „Jedem das Seine – aber mir das meiste!“ Wir leben in einem eigenartigen System, das hier im Forum als "offenes" demokratische System bezeichnet wurde. Nur scheint mir, dass dieses System zu einer einzigen "Schwachstelle" geworden ist, in dem viele Betrug und Missbrauch um uns herum herrscht! Da scheint mir wohl die sogenannte "demokratische Kontrolle" zu versagen, weil das System in sich korrupt ist! Nur bleibt die alte Erkenntnis, dass man Geld nicht essen kann, weiter bestehen!

Wir werden die Welt nicht ändern - weil sich der Mensch nicht ändert!

Quelle: Erich Fromm, Haben oder Sein

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Die Stasi war immer dabei!

Die unterwanderte Republik - Spione und IM im Westen

Wie sehr die Bundesrepublik mit der Tätigkeit der Stasi verstrickt war, wurde wieder klar, als die Mitarbeit des Ohnesorg-Todesschützen Kurras, mehr oder weniger durch Zufall, aufgedeckt wurde! Da wurde ersichtlich, dass die deutsch-deutsche Geschichte zu diesem Thema noch nicht zu Ende ist. Wie die Birthler-Behörde bekannt gab, seien bisher viele Agenten bislang noch nicht enttarnt worden, obwohl man sicher ist, auf weitere Akten zu stoßen und weitere Enthüllungen zu erwarten sind. Nach den Erkenntnissen der Birthler-Behörde gab es in der BRD etwa 12.000 IM von denen die Hälfte von der Auslandsspionageabteilung HVA geführt wurde und deren Akten in der Übergangszeit 1989/90 vernichtet wurden. Die restlich Akten der anderen 6.000 IM, zu denen u.a. auch Kurras gehörte, hatten andere Stasi-Abteilungen angelegt und diese lagern noch in der Behörde. Bislang sind wenige Hundert öffentlich bekannt worden - mit Überraschungen ist also noch zu rechnen.

Zum gleichen Thema hat Hubertus Knabe, ein Historiker und der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ein Buch „Die unterwanderte Republik – Stasi im Westen“ geschrieben. Er gibt darin 20 – 30.000 West-IM an, die nach seiner Einschätzung sehr intensiv an den gesellschaftlichen Entwicklung und den politischen Prozessen in der Bundesrepublik teilnahmen. Dabei berichtet er nicht nur über die spektakulären Fälle, wie die Unterwanderung des Bundeskanzleramtes durch Guillaume oder über den Spion Rainer Rupp alias "Topas", der in den Besitz geheimster Materialien aus der Brüsseler NATO-Zentrale gekommen war. Auch die Beeinflussung und teilweise Steuerung der Studenten- und Antikriegsbewegung war ein „Verdienst“ der HA des DDR-Geheimdienstes. Weiterhin bezieht sich Knabe auch auf die gezielte Plazierung und Werbung von Agenten in neuralgischen Punkten der Wirtschaft, in der Forschung und in den geheimdienstlichen Organisationen der Bundesrepublik.

Den größten Schaden für die Bundesrepublik und andere westliche Geheimdienste richtet Heinz Felfe als Agent an. Durch seine Stellung als Leiter der Spionageabwehr beim BND hatte Felfe zudem jahrelang die Aktivitäten dieses Bereichs ins Leere laufen lassen. Der Schadensbericht des BND muss noch viel umfangreicher gewesen sein; man fand 300 Minox-Mikrofilme mit 15.660 Fotos und 20 Tonbänder in seiner Wohnung. Weltweit wurden von ihm 94 V-Männer des BND verraten, u. a. der BND Resident in Bangkok. Die Identitäten, die sonst beim BND prinzipiell nur wenigen Mitarbeitern bekannt waren, verschaffte er sich durch verdeckte Ermittlung innerhalb der eigenen Behörde.

Der Ruf des Bundesnachrichtendienstes, der zuvor schon nicht in der Lage gewesen war, die Vorbereitungen der DDR zum Bau der Berliner Mauer zu erkennen, wurde durch den Verrat Felfes sowohl bei deutschen Politikern als auch gegenüber den Amerikanern und anderen ausländischen Diensten weiter nachhaltig geschädigt. Noch schlimmer war der Vertrauensverlust innerhalb der Organisation selbst.

Ähnlichen Schaden richtete so Gabriel Gast ebenfalls als Mitarbeiterin des BND an. Sie wird 1968 bei einem Besuch in der DDR für die Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) des Ministerium für Staatssicherheit angeworben. Dort arbeitet sie von nun an als Spionin für die Stasi. Im Jahr 1973 wird sie beim Bundesnachrichtendienst in Pullach eingestellt. Als Spionin mit dem Decknamen „Leinfelder“ arbeitet sie im Sowjetunion-Referat des BND und wurde sogar als Regierungsdirektorin befördert. Erst 1990 wurde Gast enttarnt, festgenommen und verurteilt.

Bekannt ist auch der Unternehmer des Fotohandels und Millionär Karlheinz Porst, seit 1955 Mitglied der FDP und gleichzeitig heimlich der SED. Er hatte seit Mitte der 1950er Jahre Landesgeheimnisse und Informationen über die FDP an das Ministerium für Staatssicherheit der DDR weitergegeben. Porst war sogar mit dem damaligen Leiter der HVA der Stasi Markus Wolf befreundet. Er bekannte sich als Marxist und bezeichnete seine Gespräche in Ost-Berlin als einen Beitrag zur besseren Verständigung zwischen den beiden deutschen Staaten.

Es gelang der Stasi u.a. auch politische Funktionsträger der Bundesrepublik, wie z. B. den ehemaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke, den Staatssekretär Hans Globke und den Vertriebenenminister Eugen Gerstenmaier durch gezielte Kampagnen aus ihren Funktionen zu drängen. Die Stasi hat auch versucht Herbert Wehner zu diskreditieren, das kann Knabe in seinem Buch sehr überzeugend nachweisen. Wehner war den Machthabern im Osten ein Dorn im Auge, weil er als ehemaliger kommunistischer Funktionär im Moskauer Exil, viel von den Machenschaften der KPD und den Morden Stalins erlebt und erfahren hatte.

Auch die RAF hatte Kontakte zur Stasi, so bildeten Mitarbeiter der HA XXII in den 80er Jahren wiederholt RAF-Mitglieder im Umgang mit Waffen und Sprengmitteln aus. Dass acht Aussteiger der Rote Armee Fraktion in der DDR Unterschlupf, Schutz vor westlicher Strafverfolgung und eine neue Identität erhielten, konnte nach der Wende durch Akten belegt werden. Doch die Stasi war so misstrauisch, dass sie die übergesiedelten Ex-Terroristen rund um die Uhr überwachen ließ und sie getrennt voneinander ansiedelte (keiner kannte übrigens Wohnort und neue Identität des anderen).

Mitarbeiter der HAV der Stasi in der Bundesrepublik Deutschland (Ausschnitt)
Hagen Blau – Spion im Auswärtigen Amt
William Borm (FDP, MdB 1960 - 1982)
Klaus Croissant IM (Rechtsanwalt)
Brigitte Heinrich IM (SDS, Journalistin)
Bernt Engelmann IM (Autor und Journalist)
Gerhard Kade (IM „Super“, KFAZ)
Joachim Krase – Spion im Militärischen Abschirmdienst
Klaus Kuron – Mitarbeiter der Abteilung Gegenspionage im Bundesamt für Verfassungsschutz
Holger Oehrens (IM „Alf“) – Fernseh- und Zeitungsjournalist, HR, Bild-Zeitung
Johanna Olbrich (alias Sonja Lüneburg) – Spionin bei Martin Bangemann
Lilly Pöttrich – Spionin im Auswärtigen Amt
Klaus Kurt von Raussendorff – Spion im Auswärtigen Amt
Alfred Spuhler – Spion im Bundesnachrichtendienst
Karl Wienand (SPD, MdB 1953 - 1974)

In Anlehnung eines Schlagers: Ja, die Stasi war immer dabei!

Quellen:
Internet - Wikipedia
Hubertus Knabe, Die unterwandert Republik – Stasi im Westen
K. Eichner, Top-Spione im Westen

1 Kommentar 27.3.10 08:21, kommentieren

Der Klimatismus - die neue Religion!

Die Klimadebatte ist ein Feldzug der Verkünder der menschgemachten Klimakatastrophe gegen die Ungläubigen – gegen die "Klimaskeptiker", die "Klimaleugner" - die sich der neuen Lehre nicht anschließen wollen und ihr sogar vehement widersprechen.

Der Mensch in unserer modernen Kommunikationsgesellschaft wird immer ungläubiger – im Leben des homo communikatiensis spielt Gott immer weniger eine Rolle. Er schafft sich seinen neuen Glauben heute lieber selbst. Schon Gilbert Keith Chesterton, hatte so trefflich festgestellt: «Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, dann glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche. Das ist die Chance der Propheten – und sie kommen in Scharen.»

Und die Propheten kommen in Scharen, die Verkünder der Vorhersehung. Zu allen Zeiten fielen die Menschen auf Wahrsager herein und heute besonders. Weil die Propheten von heute ihren Voraussagen "harte Fakten" untermischen, wissenschaftlich bestätigt. So erscheinen die Prophezeiungen wie Abbilder der Realität und können um so besser "verkauft" werden. Der Flachbildschirm des Computers hat die Kristallkugel des Sehers ersetzt! Eine Überprüfung der Prognose erfolgt kaum, sondern wird durch Gläubigkeit bestimmt.

So haben die Verkünder des Weltunterganges, der uns durch den menschgemachten Klimawandel bevorsteht, leichtes Spiel. Es geht beim sogenannten Klimawandel, um die globale Erderwärmung und den damit nahenden Untergang - es wird eine Untergangsstimmung erzeugt, die von der Hysterie bis zur Religiosität alle Phasen der kollektiven Massenpsychose durchläuft. Vom Klimawandel, Klimagau, Klimacrash bis zum Klimaabgrund wird die Apokalypse an heraufbeschworen und leider auch von den Medien übernommen und kritiklos verkündet.

Das Ganze ist keine Diskussion mehr, sondern ein Kreuzzug der Welt-Klimaretter. Tatsächlich trägt dieser Kreuzzug alle Merkmale einer Errettungsbewegung. Sie fand ihren Beginn in der Ökologie, wurde aber bald zu einer Art Religion, zur heiligen Ideologie des Ökologismus. Heute haben wir auf der einen Seite die Apologeten der Klimakatastrophe - einige Wissenschaftler und das IPCC als Verkünder der neuen Bewegung, die sich nun Klimatismus nennt und: Al Gore ist ihr Prophet!

Auf der anderen Seite die riesige Schar der Gläubigen, die ihnen willig und widerspruchslos folgen und jeglichen menschliche Tätigkeit diesem Klimatismus unterordnen. In dieser völlig irrealen Atmosphäre finden die Stimmen der Wissenschaftler, die zum realistischen Betrachten der Situation mahnen und auf wissenschaftliche Fakten und Erkenntnis hinweisen, die zu ganz anderen Aussagen kommen, kein Gehör - sie verhallen leider im Lärm der völlig aufgeheizten Diskussion. Aber auch die Öffentlichkeit hat sich willenlos vor den Karren des Klimatismus spannen lassen und wir Deutsche haben dabei eine Führungsrolle übernommen. Wir passen auf, dass dem Weltklima nichts passiert - eine breite Koalition steht bereit, um die Klimaschutzziele zu verwirklichen.

"Wir stoppen den Klimawandel" – ist das Leitmotto der Klimaschützer aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Nicht nur Politiker, Künstler oder Schauspieler reihen sich in die Kampffront ein, selbst Bischöfe erklären sich bereit selbstlos gegen den Klimawandel zu kämpfen. Und unsere Klima-Kanzlerin hatte sich höchst persönlich in Grönland vom Klimawandel überzeugt. Der ehemalige Umweltengel Gabriel war dabei besonders rührig, die Welt vor dem Klimagau zu retten: Per Dekret hat er das harmlose Kohlenstoffdioxid zum „Luftschadstoff“ erklärt, obwohl er ein wichtiger Stoff ist, aus denen die Pflanzen im Prozess der Photosynthese, Glukose und Stärke bilden – er ist sozusagen ihre „Grundnahrung“!

Auch wird von offiziell staatlicher Seite der Klimaerwärmung nur zwei Grad Anstieg gestattet – mehr auch nicht! Dabei wird erlaubt sein, nachzufragen, welches Klima denn eigentlich gerettet werden soll? In den Klimazonen des globalen Klimasystems der Erde gibt es viele Klimate: maritime und kontinentale, mediterane und alpine, aride und humide Kimate, um nur einige zu nennen. Was soll unser „Normklima“ sein : wärmer oder kälter? Auf welchen Sollwert soll der Klimathermostat eingestellt werden? Wer bestimmt die Entwicklung des Klimas: der Bundestag, der Europa-Rat, die UNO-Vollversammlung oder gar der Papst?

Und noch eins, viele Menschen wissen gar nicht einmal was der Begriff Klima bedeutet:, er wird häufig falsch dargestellt: Das Klima (griech. Neigung) ist, laut Klimakonvention von 1935, ein statistischer Mittelwert aller meteorologischen Erscheinungen wie Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchte, Wind, Bewölkung usw., an einem bestimmten geografischen Ort im dynamischen System der Atmosphäre - über einen Zeitraum von mindestens 30 Jahre. Das Klima wird also eindeutig durch das Wetter (indogerm.: Bewegung) bestimmt und ist regional determiniert. Dabei ist zu beachten, dass das Wettergeschehen in der Atmosphäre ein sehr dynamischer Prozess ist und auf Grund der nichtlinearen Variablen - der meteorologischen Erscheinungen - chaotisch abläuft. Es kann daher, das hatte bereits Edward N. Lorenz 1963 am MIT festgestellt, über längere Zeit nicht vorausbestimmt werden kann. Das Klima als statistischer Mittelwert des Wetters daher übrigens auch nicht!

Wie sagte schon der ehemalige deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck: "Die Wahrheit hat es gegen die Lüge immer schwer, wenn die Öffentlichkeit die Lüge glauben will."

„Den Wind können wir nicht ändern – wir können nur die Segel anders setzen.“ (Aristoteles)

4 Kommentare 24.3.10 12:50, kommentieren

Was ist eigentlich Antisemitismus?

Ein "unkorrekter" Begriff?

Im Lexikon steht: Judenfeindlichkeit (auch Judenhass, Judenfeindschaft, gegebenenfalls Judenverfolgung) bezeichnet eine pauschale Ablehnung der Juden und des Judentums.

Antisemitismus ist ein Antonym zu Semitismus: Dieses Abstraktum kam um 1860 auf und bezog sich ursprünglich auf Fremdworte, die aus der Sprachfamilie der „Semiten“ stammten. Als Semiten werden (historische) Völker bezeichnet, die eine semitische Sprache sprechen.
Der deutsche Historiker August Ludwig von Schlözer prägte 1781 den Begriff mit Bezug auf die Völkertafel der Genesis - siehe dazu Semitismus. Nach einem biblischen Mythos führte Abraham seine Abstammung auf Sem, den ältesten Sohn Noachs zurück. In Anlehnung daran bezeichnete man in biblischer Zeit alle Völker des Nahen Ostens, die sich als Nachkommen Abrahams betrachteten, als „Söhne des Sem“.

Demnach gehören zu den Semiten die Äthiopier, Araber, Hyksos, Malteser, Minäer, Sabäer, Ostsemiten, Akkader, Babylonier, Assyrer, Amoriter, Ammoniter, Aramäer, Hebräer, Kanaaniter, Moabiter, Nabatäer, Phönizier, Samaritaner und Syrer.

Heutige semitisch-sprachige Völker sind z. B. Äthiopier, Araber, Israelis, Malteser und einige Reste einer Bevölkerungsgruppe im Irak und in der Türkei, die aramäisch sprechen. (nach Wikipedia)

Auch der französische Historiker und Philologe Ernest Renan (1823-1892) behauptete in seinen Études d'Histoire Religieuse (Studien zur Religionsgeschichte) 1862, „Semiten“ sei jeder militärische, politische, wissenschaftliche und geistige Fortschritt fremd; Intoleranz sei die natürliche Folge ihres Monotheismus (Judentum, Christentum und Islam als „semitische Religion“), den sie den vom Polytheismus geprägten Ariern aus ihrer Kultur übergestülpt hätten. Ihr „arrogantes Erwählungsbewusstsein“ sei seit 1800 Jahren verantwortlich für den Hass auf sie. Zugleich warnte Renan davor, die heutigen Juden als „Semiten“ zu bezeichnen.

1860 widersprach der jüdische Bibliograph und Mitgründer der Judaistik Moritz Steinschneider Renan und nannte dessen Vorurteile erstmals „antisemitisch“. Für das preußische Staatslexikon von 1865 kennzeichnete dieses Adjektiv eine dem „typisch“ Jüdischen entgegengesetzte Haltung. Der Wortbestandteil „semitisch“ hatte sich also nun schon auf die Bedeutung „jüdisch“ eingeengt. Diese abwertende Kategorisierung übernahmen dann rassistische Judengegner und bezogen sie auf alle Juden.

Nationalistische Einigungsbewegungen lehnten Juden seit 1789 als Nutznießer der allgemeinen Menschenrechte ab, die sich mit der Französischen Revolution in Europa durchzusetzen begannen. Ihre Judenfeindschaft reagierte also auf die damals eingeleitete Jüdische Emanzipation. Dabei wirkte der tradierte christliche Judenhass auch im aufgeklärten Bürgertum fort, suchte sich aber nun pseudowissenschaftliche, der veränderten historischen Lage angepasste Gründe.

Ab etwa 1860 keimte der Rassismus auf. Auch Juden wurden nun als eigene, von den übrigen Europäern unterschiedene „Rasse“ definiert. Damit wurde der ältere Antijudaismus nicht abgelöst, aber umgeformt und überlagert. Besonders in Deutschland, im zaristischen Russland, im Habsburger Vielvölkerstaat Österreich und in Frankreich bildete sich daraus eine politische Ideologie, auf die sich ein Konglomerat antiliberaler, ethnisch-national gesinnter Gruppen verständigen konnte. Sie machten die Bekämpfung, Isolierung, Vertreibung und schließlich Vernichtung alles „Semitischen“ zu ihrem Programm. Gemeint waren stets die Juden.

Der deutsche Journalist Wilhelm Marr machte die Juden seit 1873 für den damaligen Gründerkrach verantwortlich. Er gilt als Erfinder des Substantivs „Antisemitismus“, das er benutzte, um seine rassistische Judenablehnung von religiösem Judenhass zu unterscheiden und pseudowissenschaftlich zu begründen.

Im Februar 1879 warf seine Schrift „Der Sieg des Judenthums über das Germanenthum“ dieses Schlagwort in die politische Debatte. Er richtete es nicht etwa gegen alle zur semitischen Sprachfamilie gehörenden Völker , wie Äthopier, Erithreer, Hebräer, Araber, Malteser, sondern gezielt nur gegen Juden:um sie nach ihrer Abstammung, nicht ihrer Religion zu definieren, und sie damit einer anderen „Rasse“ zuzuweisen, um deren angeblich unveränderbaren „Nationalcharakter“ behaupten zu können, um diese Zuschreibungen wissenschaftlich aussehen zu lassen.

Marr stellte den Begriff ausdrücklich alternativ zum christlich-religiösen Antijudaismus vor, um diese „unaufgeklärte“, bloß emotionale Aversion auf einen „modernen“, angeblich rationalen Diskurs über den verderblichen gesellschaftlichen Einfluss der Juden zu orientieren. Damit wollte er allen, auch religionsfernen Bürgern, die Ausgrenzung aller Juden als politisches Ziel plausibel machen. Deren Integration in die bürgerliche Gesellschaft, sei es durch erzieherische „Verbesserung“, sei es durch die Taufe, sollte von vornherein unmöglich erscheinen. Daher griff Marr gerade auch die assimilierten Juden als „artfremde Nation in der Nation“ an, die deren Selbstfindung im Wege stehe.

Der Begriff wurde bereits 1880 als zu weit gefasster und unscharfer „Sammelbegriff für negative Stereotypen über Juden, für Ressentiments und Handlungen, die gegen einzelne Juden als Juden oder gegen das Judentum insgesamt sowie gegen Phänomene, weil sie jüdisch sind, gerichtet sind“, kritisiert. Er bedeute „viele Dinge für viele Leute“ und scheine sich „einer einfachen Begriffsbestimmung zu verweigern“. Die Wortverbindung mit Semitismus, die ein ethnisches Kollektiv und ihm zugeschriebene Eigenarten suggeriert, ist eine etymologische Fehlprägung. Schon Meyers Konversationslexikon von 1881 sowie heutige Ausgaben des Brockhaus vermerkten: Der Begriff sei falsch, weil „Semiten“ neben Juden auch alle anderen Völker umfasst, die dem semitischen Sprachzweig zugeordnet sind, die von den Antisemiten aber nie gemeint waren.

Die von ihnen eigentlich beabsichtigte Einordnung der Juden in eine semitische Rasse wurde auch von manchen Antisemiten als Problem empfunden: So sah Karl Eugen Dühring den Begriff „Antisemitismus“ als „zu allgemeinen Fehlgriff“ und schlug alternativ den Ausdruck „Antihebraismus“ (gegen Hebräer als Nation) vor! Teilweise wird auch von antijüdisch, antimosaisch, antiisraelisch oder antzionistisch gesprochen, nur hat sich der unkorrekte Begriff "antisemitsch" im Sprachgebrauch eingeordnet.

Quelle: Internet, Fachliteratur

Buhad 03/2010

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